Wie kann ein bewusster Umgang mit Tod und Trauer im Jahr 2026 aussehen?
Im Rahmen der Ausstellung „Trauer und Trost“, vom 05.09. bis zum 02.10.2026, hat sich die Handwerksform Hannover intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt.
Silke Hinze, Kuratorin, sagte zur anfänglichen Konzeption: „Das Thema war reizvoll, weil es jeden betrifft“. Nach der Beobachtung aktueller Trends in der Bestattungs-Szene war schnell klar, dass die Ausstellung ein Gefühl von Leichtigkeit vermitteln sollte, um einen zeitgemäßen Zugang zu schaffen und zusätzliche Hemmschwellen abzubauen.
Ziel der Ausstellung war es, Räume zu schaffen, welche die Besuchenden zur Auseinandersetzung mit dem Thema einluden, ohne sich jedoch aufzudrängen. So lag die Entscheidung, wie intensiv sie sich mit den jeweiligen Themengebieten auseinandersetzen wollten, ganz bei den Besuchenden.
In drei Sälen wurden Exponate von über 80 Kunstschaffenden ausgestellt, welche auf vielfältige Art und Weise ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema präsentieren. So zeigte auch die Wahl der Materialien eine große Vielfalt: Von Holz über Ton, Filz und Textil war alles vertreten. Auch hier ließ sich wieder der aktuelle Trend zu mehr Leichtigkeit und weniger strikten Konventionen beobachten.
Neu im Ausstellungskonzept war das Rahmenprogramm, welches durch die Trauerclowns Jule und Oskar begleitet wurde. Im Rahmen von mehreren Nähworkshops war es möglich, aus der Kleidung geliebter Menschen tröstliche Kissen zu fertigen. Darüber hinaus luden verschiedene Gesprächsangebote die Besuchenden dazu ein, in den Austausch mit diversen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Trauerbewältigung und Begräbniskultur zu gehen.
In ihrer Installation „Embodied“ untersucht Sitadevi Zonneveld das Thema Trauer als gestaltende Kraft. Dazu nutzt sie eine Nähmaschine auf illustrative Art und Weise und verortet die Trauer körperlich in den entstandenen Figuren.
Andreas Linzner behandelt in seiner Arbeit „Oma ist jetzt ein Elefant“ ein Thema, mit dem sich sicherlich viele Menschen verbinden können: Dem Aufräumen eines Nachlasses, dem Sichten eines ganzen Lebens. Dabei entstand ein kleiner Elefant, welcher aus Frottee-Handtüchern seiner Oma genäht ist. Diese tragen noch die vertrauten Spuren ihres Lebens, transportieren Erinnerungen und spenden Trost.
Mit ihren „Schreinen“ widmete sich Wiebke Vogt den Erinnerungsstücken. So transportieren Gegenstände, welche uns mit Verstorbenen verbinden, oft eine besondere Bedeutung für uns. In ihren Schreinen finden diese Dinge einen Ort, an dem ihre Geschichte und Verbundenheit bewahrt werden.
Mit über 800 Besuchenden zeigte sich, wie aktuell der Umgang mit den Themen Trauer und Tod ist. So kamen viele Besucher und Besucherinnen vorbei, um sich in der Ausstellung sowohl mit ihrer eigenen Sterblichkeit als auch mit dem Verlust geliebter Menschen auseinanderzusetzen.
Eine Besucherin schrieb hierzu eindrücklich: „Trauern ist eine natürliche Ressource, eine Antwort auf Krisen. Trauern setzt Kreativität in Gang, wie man hier wunderbar sehen kann.“










Fotos: Sitadevi Zionneveld

